Dietfried Gewalt:
97 Jahre Schwerhörigenseelsorge in Deutschland

1. Unbekannte Schwerhörige?

97 Jahre Schwerhörigenseelsorge in Deutschland verpflichten den Redner nicht zu einem Festvortrag, obwohl gerade Berlin dazu Anlaß gäbe. Denn was am Pfingstfest 1901 in einer Berliner Privatwohnung geschah, hat für die Geschichte der Schwerhörigen wie der Schwerhörigenseelsorge eine weitreichende Bedeutung gehabt. Doch dies Ereignis war nicht nur ein glücklicher Anfang. Es offenbarte zugleich ein Problem, das sehr viel älter war und nicht nur in Deutschland bestand.

Fragen wir ganz naiv, wo denn Schwerhörigenseelsorge wirklich begann, so bringen wir uns selbst in Verlegenheit. Schwerhörigkeit als Problem des alternden Menschen ist seit Jahrtausenden Gegenstand lebhafter Klage. So ist damit zu rechnen, daß man in der Christenheit auf seelsorgerliche Zuwendung zum schwerhörigen Menschen stößt. Das älteste mir bekannte Zeugnis stammt aus dem Nordafrika des 3. Jahrhunderts: Nach dem Ende einer Pestseuche tröstet Bischof Cyprian von Karthago die gesundheitlich gezeichneten Überlebenden: „....daß infolge der schweren Schädigungen des Körpers durch die eintretende Ermattung der Gang gelähmt, das Gehör abgestumpft oder die Sehkraft getrübt wird, all das dient nur dazu, den Glauben zu erweisen. (...) Welche Erhabenheit verrät es, inmitten der Vernichtung des Menschengeschlechtes aufrecht zu stehen, anstatt mit denen am Boden zu liegen, die keine Hoffnung haben" (De mortalitate 14). Im Geist eines verchristlichten Stoizismus wird der Schwerhörige oder anderweitig Geschädigte auf sich selbst und seinen Glauben zurückverwiesen.

Doch kommen wir nach Deutschland und hier besonders in den Bereich des Protestantismus. Martin Luther ist für seine wegweisenden Bemerkungen über Gehörlose bekannt. Eine Äußerung in der „Vermahnung zum Sakrament des Leibes und Blutes Christi" von 1530 hat aber sichtlich im Sprachbesitz befindliche Hörgeschädigte als Adressanten: „Solt nicht dein hertz also zu dir sagen? (...) kan Jch nicht zu horen, so wil ich dennoch unter den zu horern sein, und wil zum wenigsten mit der that, mit dem leibe und meinen geliedern da sein, da man Gott lobet und ehret" (WA 30 II, 604). Dazugehören ohne zu hören - diesen Gedanken vertritt eine Generation später auch Andreas Hyperius (1511 - 1564) in einem Gutachten über die Frage, ob es erlaubt sei, Taube und Stumme zum Abendmahl zuzulassen 1). Vor der Beantwortung dieser Frage scheidet er die durch Krankheit oder ein besonderes Ereignis taub oder stumm Gewordenen aus. Sie sind im

christlichen Glauben unterrichtet. Man muß nur noch einen Weg finden, um sich weiterhin mit ihnen zu verständigen. Die Verständigung könne durch eindeutige Winke und Zeichen geschehen. Das klingt sehr modern, doch bewegt sich Hyperius damit in traditionellen Bahnen 2). Zugleich berührt er den bis heute wundesten Punkt: die Kommunikation.

Eine Hilfe für Schwerhörige, wenn auch sicher nicht als solche gedacht, war es auch, wenn der Hamburger Hauptpastor Johan Melchior Goeze (1717 - 1786) vor dem Gottesdienst gedruckte Kurzfassungen seiner Predigten zum Verkauf anbieten ließ. Schwerhörige Gemeindeglieder haben schließlich den späteren Märtyrer Traugott Hahn (1875 - 1919) veranlaßt, seine Predigten schriftlich auszuarbeiten 3).

Die Not der Schwerhörigen war also im Jahre 1901 in der deutschsprachigen evangelischen Christenheit bekannt oder hätte bekannt sein können. Was also war neu, als eine schwerhörige Frau in Berlin den Entschluß faßte, Gottesdienste für Schwerhörige zu veranstalten?

 

2. Scheitern und Neuanfang

Im Jahre 1901 war die Zeit reif für neue Entwicklungen für Schwerhörige und Ertaubte. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hatten die Ohrenärzte Victor Urbantschitsch und Friedrich Bezold unabhängig voneinander bei vielen gehörlosen Kindern Hörreste nachgewiesen, die sich für den Sprachunterricht verwenden ließen. 1894 gründete Karl Brauckmann in Jena die erste private Schule für Schwerhörige und Ertaubte, 1902 entstand in Berlin die erste Schwerhörigenklasse an einer öffentlichen Schule, 1907 die erste Schwerhörigenschule 4). Der junge Schultyp und seine Lehrer sollten für die Schwerhörigenseelsorge noch eine große Bedeutung gewinnen. Doch der Anstoß dazu erfolgte von anderer Seite.

Hier nun betritt Margarethe von Witzleben (1853 - 1917) 5) die Bühne. Mit dreizehn Jahren wurde bei ihr eine fortschreitende Schwerhörigkeit entdeckt. Es folgte ein mehrjähriger Leidensweg durch verschiedene Arztpraxen. Schließlich bat die Mutter den für seine Krankenheilungen bekannten Pfarrer Johann Christoph Blumhardt um eine Gebetsheilung. Blumhardt kannte seine Grenzen und gab der achtzehnjährigen Margarethe den Rat, etwas für ihre Leidensgenossen zu tun. Die nächsten dreißig Jahre waren mit verschiedenen Tätigkeiten, zumeist bei der Inneren Mission, ausgefüllt, die immer wieder durch die zunehmende Schwerhörigkeit ein Ende fanden. So schrieb sie in den frühen achtziger Jahren ihr autobiographisch gefärbtes Büchlein „Hephata" nieder, das erst etwa 1899 veröffentlicht wurde. Im Frühjahr 1901, sie wohnt inzwischen fest in Berlin, kommt es dann zu jenem denkwürdigen Gottesdienstbesuch, der zur Geburtsstunde der Schwerhörigenseelsorge werden sollte. Ihr Biograph Reinhold Trinkner schreibt:

„Im Frühjahr 1901 war es, daß Margarethe von Witzleben einer Predigt von P. Samuel Keller in der Stadtmissionskirche in Berlin beiwohnte. Als Schwerhörige mußte sie einen Platz unter der Kanzel suchen. Da sah sie schon eine andere Dame, ebenfalls mit einem Hörrohr bewaffnet, dort sitzen. Die Not der Gehörleidenden, die ohne ihre Schuld in der Kirche von Gottes Wort ausgeschlossen und doch innerlich darnach hungerten und dürsteten, war ihr schon oft auf die Seele gefallen. Mit einem Male stand ihr das Bedürfnis ihrer Leidensgenossen vor Augen. Flugs schrieb sie in der Kirche einige Wort auf einen Zettel und reichte ihn ihrer Leidensgefährtin (...). Der Zettel enthielt die Aufforderung, an einem besonderen Gottesdienst für Schwerhörige teilzunehmen. Andere Schwerhörige wurden eingeladen. Am Pfingstfest 1901 morgens 9 Uhr versammelten sich zum erstenmal 12 Schwerhörige in Fräulein von Witzlebens Wohnung." 6)

Von Gottes Wort ausgeschlossen - das war die Anfechtung Schwerhöriger, die eine Kirche besuchten. Um dieses Ausgeschlossensein zu überwinden, zog man sich aus dem Gemeindegottesdienst zurück und sammelte sich in Schwerhörigengottesdiensten, nach Markus 7,34 „Hephata-Gottesdienste" genannt. Die so entstehende Gemeinde war eine Antwort auf das Scheitern älterer Bemühungen, Schwerhörigen die Teilnahme am Gottesdienst zu ermöglichen. Die Gruppe blieb im Rahmen der evangelischen Kirche, vermied es jedoch, sich einen festen Prediger zu suchen, sondern verpflichtete wechselnde Pfarrer für ihre Gottesdienste. Der Gedanke, die Schwerhörigengottesdienste könnten ein Gemeindekreis unter anderen eines ehrgeizigen Pfarrers sein, war für Margarethe von Witzleben unerträglich. Sie war nicht nur die Gründerin, sondern auch die unbestrittene Leiterin der Gemeinde. Während deren Frömmigkeit leicht konventikelhafte Züge annahm, wurde sie mit sozialen Nöten konfrontiert. Viele Schwerhörige und Ertaubte waren arbeitslos, ein Problem, das sich am Vorabend des Ersten Weltkrieges noch verschärfte. Margarethe von Witzleben hatte lange genug in der Inneren Mission gearbeitet, um hier eine Aufgabe für sich und ihren Kreis zu erkennen. Es gelang ihr, Friedrich von Bodelschwingh als Helfer zu gewinnen, der damals als Abgeordneter des preußischen Landtages in Berlin lebte. Der Kampf gegen die Arbeitslosigkeit konnte jedoch nicht gewonnen werden. Er beschäftigte sie bis zu ihrem Tode.

Die Begegnung mit sozialen Nöten unter Schwerhörigen hatte organisatorische Folgen. Zum einen entstand der Wunsch, auch in anderen Städten Hephata-Gemeinden zu gründen und die Liebestätigkeit auszudehnen. Zum anderen führte dies letztlich zur Umwandlung der Gemeinde in einen Verein und später zum Zusammenschluß der Hephata-Gemeinden zu einem Verband. Die Berliner Vereinssatzung von 1909 faßt zusammen, was in den Jahren seit 1901 getan worden war. Die Ziele des Vereins waren:

„ a) Einführung gesonderter evangelischer

Gottesdienste für Schwerhörige in Berlin

und anderen Großstädten, und zwar im

Anschluß an die evangelische

Kirchenordnung und unter Einholung

der Genehmigung des Kirchenregiments.

b) Unterstützung Unbemittelter und Erteilen

von Ratschlägen und Aufschlüssen auf

persönliche und schriftliche Anfragen.

c) Einrichtung eines Arbeitsnachweises für

Schwerhörige.

d) Förderung schwerhöriger Schüler und

Schülerinnen der Volksschulen und

höheren Lehranstalten.

e) Das Bestreben, der schwerhörigen

erwerbsfähigen Jugend die berufsmäßige

Ausbildung zu erleichtern.

f) Veranstaltung von wohlfeilen

Ablesekursen in Berlin und anderen

Großstädten, um jedem Schwerhörigen

Gelegenheit zu bieten, diese Kunst zu üben.

g) Die Pflege der Geselligkeit und geistigen

Anregung für jung und alt in einer den

Bedürfnissen der Schwerhörigen und

ihrem Bildungsgrad angemessenen Art.

h) Sommerpflege für Erholungsbedürftige.

i) Herausgabe des Monatsblattes

Hephata...." 7).

Das war eine stolze Bilanz. Doch enthält der Text auch den Keim für künftige Konflikte, die erst 1933 von außen erstickt wurden. Der Verein war evangelisch. Die Zusammenarbeit mit Katholiken war unerwünscht. Nach dem Verständnis der Gründerin bedeutete evangelisch freilich auch: kirchenpolitisch konservativ. Als der Danziger Pfarrer Doering mit einer eigenen Schwerhörigenseelsorge hervortrat, witterte sie in ihm nicht nur einen Konkurrenten, sondern beargwöhnte ihn auch als Angehörigen einer anderen kirchenpolitischen Richtung. Sodann war der Verein kirchlich. Darin lag eine Abgrenzung gegen die beginnende außerkirchliche Schwerhörigenbewegung, die ihr politisch liberal erschien und damit womöglich jüdisch geprägt. Sozialdemokraten waren für sie vollends inakzeptabel. Wir mögen heute darüber erschrecken. Doch ist Margarethe von Witzleben mit dieser Haltung eine durchaus typische Vertreterin des konservativen Protestantismus im ausgehenden 19. Jahrhundert, dessen bekanntester Vertreter der Berliner Hofprediger Adolf Stöcker war 8).

Ehe wir die in der Hephata-Bewegung angelegten Konflikte behandeln, gilt es zunächst einmal die anderen Akteure auf die Bühne zu rufen, die in der Schwerhörigenseelsorge mitwirken. Eines eint sie alle: Sie bieten Gottesdienste an und setzen sich für deren Einrichtung ein. Ansonsten aber sind Konzeption und Schwerpunktsetzung unterschiedlich.

Die wichtigste Konkurrenz erwuchs Hephata aus Aktivitäten der Schwerhörigenlehrer. Um das zu verstehen, ist daran zu erinnern, daß die Lehrer bis zum Ende des Kaiserreiches im Jahre 1918 unter geistlicher Schulaufsicht standen. In der Hand der Lehrer lag der Religionsunterricht. In den Taubstummenschulen hielten sie auch den Konfirmandenunterricht und die Gottesdienste. Zudem waren Taubstummenlehrer auch in der nachschulischen Fürsorge tätig. Diese Haltung blieb, als ein Teil dieser Lehrer an den neu gegründeten Schwerhörigenschulen unterrichtete und für ihre erwachsenen Schützlinge auch Gottesdienste bei den Landeskirchen einforderten. Nach 1918, in der Weimarer Republik, konnte daraus die Forderung erwachsen, einem entsprechend geschulten Pfarrer auch den Religionsunterricht an der Schwerhörigenschule anzuvertrauen. Das geht aus mir bekannten Hamburger Archivalien hervor, ist aber auch für Württemberg nachzuweisen 9). Die daraus entstehende Schwerhörigenbewegung organisierte sich in einem süddeutschen und einem norddeutschen Zweig (Schutzbund der Schwerhörigen). Die in einigen Städten bestehende Konkurrenz zwischen Hephata und Schutzverband führte notwendig zu der Frage, ob Gottesdienste weiterhin von Selbsthilfegruppen organisiert und von eingeladenen Pfarrern gehalten werden sollten, oder ob mit Hilfe der aufkommenden Vielhörertechnik eine Integration in den Gemeindegottesdienst anzustreben sei. In Hannover, das von dieser Konkurrenz verschont blieb, gab es für Mitglieder des Schwerhörigenverbandes Gottesdienste mit Vielhörer in einer geeigneten Kirche durch einen dafür bestimmten Pfarrer 10). In Berlin, Hamburg und Sachsen aber konnte der Vielhörer zwischen den Verbänden zum Schibboleth des rechten Gottesdienstes werden 11). Konkurrenz und Zusammenarbeit mit der Lehrerschaft gestaltete sich ansonsten von Stadt zu Stadt unterschiedlich. Auch in Berlin kooperierten namhafte Pädagogen mit Hephata. Für die letzten Jahre der Weimarer Republik sollte das Neben- und Gegeneinander von Hephata und den säkularen, zuletzt im Reichsverband der Schwerhörigen zusammengeschlossenen Vereinen, sich negativ auswirken.

Der nächste Akteur ist der bereits erwähnte Danziger Pfarrer Doering 12). Inhaltlich wirkt seine Arbeit wie eine Kopie von Hephata. Für das Jahr 1916 ist sogar eine enge Zusammenarbeit beider bezeugt. Man bewarb sich um Unterstützung und Mitgliedschaft beim Centralausschuß für die Innere Mission. Doering machte Werbereisen zur Gründung neuer Vereine, die ihn offenbar bis nach Westfalen geführt haben. Der Konflikt brach an der Frage auf, ob der Bund der Hephata-Schwerhörigenvereine streng konfessionell bleiben sollte oder ob es auch konfessionell gemischte Gruppen geben durfte. Die Waage neigte sich bei Hephata zur konfessionellen Öffnung, während Doering auf konfessioneller Geschlossenheit bestand. Ein weiterer Konflikt traf den Nerv der Hephata-Bewegung. So hoch Doering die Hephata-Arbeit bewertete, ging es ihm doch darum, die preußische Landeskirche und die Innere Mission zum Handeln zu bewegen. In seinen Augen verpflichtete Hephata privat Pfarrer für den Gottesdienst mit Schwerhörigen. Er aber wünschte die kirchenamtliche Bestellung von Schwerhörigenseelsorgern, wie es in Königsberg und Danzig bereits erfolgt war.

Diese Querelen und das Kriegsende mit der nachfolgenden Inflation verzögerten den ursprünglich gemeinsam unternommenen Versuch, sich dem Centralausschuß für die Innere Mission anzuschließen. 13) Man hätte damit einen starken Partner beim Ausbau von Schwerhörigenvereinen und Schwerhörigenseelsorge gehabt. Erst 1925 kam es zu erneuten und erfolgreichen Kontaktaufnahmen zwischen Hephata und Centralausschuß. Doch ehe wir diesen Faden fortspinnen, gilt es einen weiteren Akteur auf die Bühne zu holen.

Der Dresdner Pfarrer Arthur Schuknecht war Sohn eines Taubstummenlehrers und begriff gerade deshalb sehr gut, daß Gehörlosen- und Schwerhörigenseelsorge verschiedene Arbeitsgebiete sind. Im Jahre 1911 hielt er den ersten Gottesdienst für Schwerhörige 14). Bereits zwei Jahre später plädierte er in Margarethe von Witzlebens Vereinszeitschrift für die Berufung von Spezialseelsorgern für Gehörlose wie auch für Schwerhörige 15). Er folgt also dem Doeringschen Weg. Eine wirksame Schwerhörigenseelsorge hält er nur im Rahmen einer von den Hörenden getrennten Schwerhörigengemeinde für sinnvoll 16). Einen besonderen Akzent setzte der Lehrerssohn Schuknecht 1913 mit der Einrichtung eines Konfirmandenunterrichts für Schwerhörige, aus dem eine Jugendarbeit für Schwerhörige hervorging 17). Er sammelte seine Konfirmanden aus ganz Dresden. Hingegen wurde der Konfirmandenunterricht an der Dresdner Schwerhörigenschule (gegründet 1911) offenbar noch 1930 von einem Lehrer erteilt 18).

 

3. Im Schatten politischer Katastrophen

Wir können hier eine Zwischenbilanz ziehen. Um die Mitte der zwanziger Jahre finden wir - bei regionalen Unterschieden - die Strukturen der Schwerhörigenseelsorge vor, die noch heute unsere Arbeit bestimmen. Wir finden Selbsthilfe und kirchenamtliche Initiativen. Wir finden Sondergottesdienste und Eingliederung in die Gemeinde. Wir finden Konfirmandenunterricht und begegnen den besonderen Problemen der Ertaubten. Und wir finden auf der Landkarte auch große unversorgte Flächen. Diese Strukturmomente kommen jedoch aus unterschiedlichen und miteinander konkurrierenden Wurzeln, was noch erhebliche Nachwirkungen haben sollte.

In der zweiten Hälfte der zwanziger Jahre waren die Folgen des Ersten Weltkrieges und der Inflation so weit überwunden, daß die Schwerhörigenverbände ältere Pläne zu Zusammenschlüssen und wirkungsvollerer Vertretung der gemeinsamen Interessen wieder aufnehmen konnten. In diesem Prozeß schlossen sich Schutzverband, Sachsenbund, der Süddeutsche Verband und Niedersachsen zusammen und repräsentierten etwa 75 Prozent der organisierten Schwerhörigen. Hephata war gespalten. Eine Aufstellung von 1929 weist 15 evangelische, drei vorwiegend evangelische und fünf konfessionell gemischte Vereine aus. Der Verband schloß sich seit 1925 an den Centralausschuß für die Innere Mission an und fand dort Unterstützung in finanzieller und publizistischer Hinsicht bei dem Direktor Johannes Steinweg. Steinweg unterstützte offen die Kräfte, die Hephata als rein evangelischen Verband erhalten wollten. Er argumentierte u.a., daß Margarethe von Witzleben im christlichen Kaiserreich einem konfessionell gemischten Verband zustimmen konnte. In der säkularen Weimarer Republik aber bedeute konfessionelle Neutralität letztlich antikirchliche Haltung. Steinwegs Argumentation wurde durch das Verhalten der säkularen Verbände gestützt, die die Forderung nach Gottesdiensten als einen von vielen Punkten in ihrem Programm hatten, eine christliche Grundhaltung und seelsorgerliche Hilfe für ihre Mitglieder jedoch nicht kannten. Dieser Stand der Diskussion war im Jahre 1929, dem Jahr des New Yorker Börsencrashs, erreicht.

Zwei Jahre später hatte die Weltwirtschaftskrise auch die in ihre Endphase eingetretene Weimarer Republik fest im Griff. Am 29. Juni 1931 bat der Schutzverband der Schwerhörigen Berlin, der schärfste Konkurrent Hephatas, um Aufnahme in den Centralausschuß für die Innere Mission und zugleich um recht großes Entgegenkommen in der Beitragsfrage. Das Geld war knapp geworden. Der Antrag wurde mit Schreiben vom 12. August abgewiesen.

Hephata, so scheint es, ging mit der Inneren Mission als Partnerin einem Triumph entgegen. Da nahte das Unheil von ganz anderer Seite. Der Centralausschuß hatte zur Linderung der Wohnungsnot in der Weimarer Republik eine Firma gegründet, die preiswerten Wohnraum beschaffen sollte 19). Die Kontrolle über diese Firma, ihre Tochterunternehmen und ihre Machenschaften entglitt den Direktoren des Centralausschusses. Es kam zu einem betrügerischen Bankrott, der nur mit Hilfe der Reichsregierung aufgefangen werden konnte. Die Direktoren des Centralausschusses, darunter Johannes Steinweg, mußten zurücktreten. So verlor Hephata einen wichtigen Rückhalt.

Die nächsten Dokumente stammen aus den ersten Monaten der nationalsozialistischen Herrschaft. Die Verbände, die sich nicht durch eigene Verhandlungen zu einem Gesamtverband zusammengeschlossen hatten, waren durch die neue Regierung zu einem Einheitsverband „gleichgeschaltet" und der NS-Volkswohlfahrt angeschlossen worden. Am 12. August 1933 beschloß Hephata seinen Austritt aus dem Centralausschuß für die Innere Mission.

Für die Schwerhörigenfunktionäre, die die z.T. quälenden Einigungsverhandlungen geführt hatten, bedeutete dies eine große Erleichterung. Ihre Loyalitätsbezeugungen gegenüber dem nationalsozialistischen Staat waren sicher ungeheuchelt. 20) Als Folge dieser Ereignisse festigte sich eine Anti-Hephata-Haltung, die sich nach dem Zweiten Weltkrieg in der BRD als Mißtrauen gegen alle kirchlichen Aktivitäten für Schwerhörige äußerte. Ich selbst habe um 1970 noch gelegentlich diese Stimmung zu spüren bekommen. Die unmittelbaren Auswirkungen auf die Schwerhörigenseelsorge sind schwer zu bestimmen. Uns fehlen die nötigen Kenntnisse der lokalen Entwicklungen, um zu einem schlüssigen Urteil zu gelangen. Ich habe den Eindruck, daß der Wegfall Hephatas als Dachverband für einen großen Teil der Schwerhörigenseelsorge nicht zu katastrophalen Einbrüchen geführt hat. Schwerhörigenseelsorge läßt sich sogar durch die schlimmsten Jahre des Zweiten Weltkrieges hindurch nachweisen. Ich nenne drei Beispiele:

In Berlin hielt sich die Hephata-Tradition innerhalb des Schwerhörigenverbandes 21). Die Gottesdienste wurden bis 1944 weitergeführt, dann machten Luftkrieg und Kriegsende sie unmöglich. Sie wurden im Jahre 1946 wieder aufgenommen. Es gab nach dem Krieg sogar Versuche, erneut einen Hephata-Schwerhörigenverein zu gründen. Die Hephata-Tradition wurde später in beiden Teilen Berlins weitergeführt und lebt fort in den heutigen Schwerhörigengottesdiensten in Berlin-Kreuzberg.

 

Sachsen: Hier gab es in den Jahren 1927/28 einen Zusammenschluß aller Schwerhörigenvereinigungen mit Arthur Schuknecht als Vorsitzendem. Dieser zerbrach und Schuknecht schloß ein gutes Dutzend Schwerhörigengemeinden zum Evangelischen Wohlfahrtsausschuß für Schwerhörige und Ertaubte auf bewußt evangelisch-kirchlicher Grundlage zusammen 22). Seine Dresdner Schwerhörigengemeinde 23) überstand die NS-Zeit einschließlich der Zerstörung Dresdens, später den Tod ihres Gründers und feierte 1981 ihr siebzigjähriges Bestehen. Sie ist nach einigen Schwankungen noch heute als Schwerhörigengruppe in der Dresdner Stadtmission vorhanden.

Auch in Hamburg ging die Arbeit weiter. Dort wurden sogar mit Hilfe transportabler Höranlagen neue Gottesdienste eingerichtet. Im Jahre 1937 verweigerte die Landeskirche aus finanziellen Gründen die Beschaffung weiterer Anlagen. Gottesdienste und Bibelstunden wurden kontinuierlich bis in die Nachkriegszeigt fortgeführt. Weniger klar sind die Verhältnisse beim Konfirmandenunterricht in Verbindung mit der Schwerhörigenschule. Er ist unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg zum ersten Mal nachweisbar und scheint auch nach 1933 weitergegangen zu sein. Doch fehlen hier durchgehende Quellen.

Ordnet man diese schwierige Zeit der Hamburger Schwerhörigenseelsorge in deren Geschichte von 1912 bis 1969 ein, so ergibt sich auf engem Raum ein Bild, das in großen Zügen auch für andere Landeskirchen zutrifft. Aus der Konkurrenz zwischen einer zuerst fast freikirchlich angesiedelten Hephatabewegung und dem mit der Landeskirche kooperierenden, von einem Pädagogen gegründeten und geleiteten Schutzverband der Schwerhörigen wächst der Landeskirche Verantwortung für die Schwerhörigen zu. Sie schafft die Rahmenbedingungen, die Pastoren Konfirmandenunterricht und Gottesdienste für organisierte Schwerhörige ermöglichen. Die Gottesdienste wachsen aber allmählich auch den Gemeinden zu, so daß die Grenzen einer nur auf den Verein konzentrierten Seelsorge überschritten werden. Hierin kündigt sich die Zukunft an.

 

4. Kontinuität und Neubeginn nach 1945

Das Jahr 1945 bedeutet einen der schwerwiegendsten Einschnitte in der deutschen Geschichte. Es war jedoch kein „Jahr Null", kein Jahr eines völligen Neuanfangs. Für die Schwerhörigenseelsorge hatte das Jahr 1933 durch das Ende eines evangelischen Schwerhörigenverbandes eine viel größere Bedeutung gehabt. Konnte man nach 1945 noch einmal den Versuch machen, Hephata zu restaurieren? Auf örtlicher Ebene gab es Gruppen, die sich als Erben Hephatas verstanden. Doch die Chancen, an die Tradition des Hephata-Bundes anzuknüpfen, waren gering. Das zeigt ein Blick auf die Landkarte.

Im Jahre 1929 zählte der Hephata-Verband 23 Vereine mit 1658 Mitgliedern. 24) Dazu kam 1930 der Braunschweiger Verein mit 51 Gründungsmitgliedern 25). Von diesen 24 Vereinen lagen vier östlich von Oder und Neiße, konnten also nach 1945 kein deutsches Vereinsleben mehr aufbauen. Elf Vereine lagen auf dem Gebiet der Sowjetischen Besatzungszone, der späteren DDR. Die politischen Verhältnisse hätten hier keinen kirchlichen Verband zugelassen. Nur neun ehemalige Hephata-Vereine hatten sich im Bereich der westlichen Besatzungszonen, der späteren BRD und West-Berlins befunden. Das Vereinsleben kam in einigen Gegenden Deutschlands schnell wieder in Gang. Als 1948 die ersten Ausgaben der Zeitschrift „Schwerhörige und Spätertaubte" erschienen, meldeten sie Gottesdienste in West-Berlin und Oldenburg, 1949 auch in Wiesbaden und Mülheim-Ruhr. Es entstanden zwei deutsche Staaten, die sich im Rahmen zweier zunehmend verfeindeter Machtblöcke gegeneinander abgrenzten. Daraus ergaben sich auch unterschiedliche Rahmenbedingungen für die Arbeit in Ost und West.

In der BRD wurde 1949 der während des Krieges aufgelöste Schwerhörigenverband unter dem Namen „Deutscher Schwerhörigenbund" neu gegründet. In der Satzung heißt es: „Der Verein ist politisch, konfessionell und rassisch neutral". Zu seinen Aufgaben gehört die „Einrichtung von Gottesdiensten für Schwerhörige aller Bekenntnisse" 26). Die Kirchen sind hier Gesprächspartner der Schwerhörigen. In der Verbandszeitschrift erscheinen gelegentlich religiöse Betrachtungen. Im Vorstand arbeitet der schwerhörige Pfarrer und Kirchenrat Walter Staats als Referent für soziale Fragen mit 27). In den Schulen konnte von staatlichen oder kirchlichen Lehrkräften Religionsunterricht erteilt werden 28). Viele Schwerhörigenschulen boten auch die Möglichkeit zum Abhalten des Konfirmandenunterrichts.

Anders verlief die Entwicklung in der DDR. Die strenge Trennung von Staat und Kirche erlaubte zunächst kirchlichen Lehrkräften, in schulischen Räumen Religionsunterricht zu halten. Doch wurden diese Möglichkeiten im Laufe der Jahre zunehmend erschwert und schließlich unmöglich gemacht 29). Selbstorganisiertes Vereinsleben wie in der Zeit vor 1933 und in der Bundesrepublik gab es in der DDR nicht. Verbände wurden vom Staat gesteuert. Im Jahre 1957 wurde der Allgemeine Deutsche Gehörlosenverband gegründet, dem sich seit 1961 auch die Schwerhörigen anschlossen. Er benannte sich 1973 um in Gehörlosen- und Schwerhörigenverband der DDR. 30) Eine Zusammenarbeit mit den Kirchen war nicht vorgesehen.

Im Westen trat Walter Staats 31) 1957 von seinem Amt als Sozialreferent des Deutschen Schwerhörigenbundes zurück. Im gleichen Jahr gründete er die „Arbeitsgemeinschaft evangelischer Seelsorger für Schwerhörige und Spätertaubte", die heutige „Arbeitsgemeinschaft für Evangelische Schwerhörigenseelsorge (AFESS)". Diese Arbeitsgemeinschaft sollte sich auf seelsorgerliche Aufgaben konzentieren, während die sozialen und sozialpolitischen Aufgaben beim Deutschen Schwerhörigenbund und der Diakonie lagen, mit denen zusammengearbeitet wurde. Schwerhörigenseelsorge wurde damit endgültig von der Seelsorge in Vereinen zur kirchlichen Aufgabe weiterentwickelt. Staats und seine Mitarbeiterin, die schwerhörige und sehbehinderte Theologin Annemarie Marx, unterhielten von Anfang an enge Verbindungen zur DDR. Über das Diakonische Werk Berlin wurden Batterien und Höranlagen transferiert. In Berlin engagierte sich Staats persönlich und blieb dort unvergessen. Aus dieser Arbeit erwuchs zwischen den Schwerhörigenseelsorgern in Ost und West ein Vertrauen, an das ich selbst später anknüpfen konnte und das uns die Vereinigung nach der Wende von 1989/90 erleichtert hat.

Doch bleiben wir zunächst im Westen. Ich sagte schon, daß am Ende der zwanziger Jahre alle Arbeitsgebiete der Schwerhörigenseelsorge vorhanden waren. Die Gestaltung in den einzelnen Landeskirchen war unterschiedlich und wechselte oft. Nicht selten hing es am persönlichen Einsatz einzelner Pfarrer und Pfarrerinnen, daß überhaupt etwas geschah. Orte mit Schwerhörigenvereinen, Schwerhörigenschulen und Berufsbildungswerken boten günstige Anknüpfungspunkte. So bildeten sich zwei Schwerpunkte in der Arbeit heraus: die Arbeit mit schwerhörigen Menschen in Vereinen, Schulen und Selbsthilfegruppen, sowie die Beratung von Gemeinden, die Schulung von Altenpflegerinnen und Krankenschwestern, die in Kirche und Diakonie die nicht organisierten Schwerhörigen erreichen sollten. Das spiegelt sich auch in den Publikationen der AFESS und in der Thematik der Fortbildungstagungen wieder.

Der Selbsthilfegedanke, einst Urzelle der Schwerhörigenseelsorge, meldete sich erst in den letzten Jahren verstärkt zurück. Im Gefolge der Rehabilitationsmaßnahmen im Diakonischen Werk Rendsburg bildeten sich seit den achtziger Jahren Gruppen von Ertaubten und hochgradig Schwerhörigen, die auch Forderungen an die kirchliche Seelsorge formulierten und damit die schwerhörigenseelsorgerliche Arbeit stimulierten.

In der DDR waren andere Schwerpunkte zu setzen. Hier setzten auch die politischen Voraussetzungen der Arbeit Grenzen 32). Die Verantwortung lag zunächst bei den Gliedkirchen und der EKD, ging aber nach der Gründung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR an die Diakonie über. Die landeskirchlichen Beauftragten waren in einem Konvent zusammengeschlossen, der Fachtagungen abhielt und über das Diakonische Werk beachtliche Publikationen für den innerkirchlichen Gebrauch herausgab. Das bedeutet: Diese Publikationen waren nicht im Buchhandel zu erwerben, sondern wurden als Vervielfältigungen an Mitarbeitende weitergegeben 33). Auch Publikationen in kirchlichen und diakonischen Zeitschriften, sowie Handbüchern kamen vor. Auch in der DDR wurden im Rahmen der bestehenden Möglichkeiten Höranlagen in gottesdienstlichen Räumen eingebaut. Schwerpunkt der Arbeit aber bildeten Kreise schwerhöriger älterer Menschen, die sich nicht zuletzt aus Abneigung gegen den offiziellen GSV der DDR und seine politische und weltanschauliche Prägung in einer kirchlichen Gruppe sammelten 34). Diese Gruppen trafen sich regelmäßig an bestimmten Orten zu Andachten, Gottesdiensten, Bibelarbeit und Gedankenaustausch. Sie trafen sich aber auch zu mehrtägigen oder mehrwöchigen „Rüstzeiten" mit abwechslungsreichem und z.T. anspruchsvollem Programm in kirchlichen Heimen. Eine späte, zugleich zukunftsweisende Gruppe von Menschen im berufstätigen Alter bildet die Selbsthilfegruppe ECHO mit ihrem jährlichen Sommerseminar in Weimar 35).

 

5.Ökumene und IVSS

Ich nähere mich dem Ende meines Vortrages, den ich nicht über die Wende der Jahre 1989/90 hinausführen möchte. Was dann kam, ist für uns in Deutschland Gegenwart. Von ihr wissen wir nur eins: Sie fordert uns heraus, und wir wissen nicht, wo wir in zehn Jahren stehen werden. Wir im IVSS aber sollten eins nicht vergessen: Die Schwerhörigenseelsorger in Ost und West haben den Blick über die Grenzen des eigenen Landes hinaus gerichtet. Die Notwendigkeit, auch über den eisernen Vorhang hinweg möglichst reibungslos zusammenzuarbeiten, führte schließlich zur Gründung des IVSS und brachte die Verbindungen zwischen den Schwerhörigenseelsorgern in West-Europa und Ost-Mitteleuropa, zuwege. Möge uns der Sinn für diese Weite erhalten bleiben!

 

 

Anmerkungen - Noten

Für wertvolle Informationen danke ich:

Frau/Ms. F. Barbknecht, Berlin

Herrn/Mr. Karl-Heinrich Koch, Hamburg

Frau/Ms. Waltraud Rieprecht, Braunschweig

Pastor Eduard Schuster, Berlin

Prof. Dr. Reinhart Staats, Kiel

Noten:

  1. D. Gewalt - G. Krause, Zwei wiederentdeckte Abendmahlsgutachten von Andreas Hyperius (1511-1564). Jb. d. hess. kirchengesch. Vereinigung 23, 1972, 33-54: 41f
  2. D. Gewalt, Altkirchliche Nachrichten zur Gebärdenkommunikation mit Gehörlosen. DZ 15/1991, 19-22
  3. A. Hahn in: T. Hahn, Glaubet an das Licht, Gütersloh 1920, III. - A. Hahn, Es gibt einen lebendigen Gott, Metzingen 1968, 95, vgl./cf. BBKL II, 472-475.
  4. G. Heese, Kurzer Abriß der geschichtlichen Entwicklung der Schwerhörigenbildung in Deutschland, Halle/S. 1953. - Ders./id., Schwerhörigenpädagogik, in: Geschichte der Sonderpädagogik, hrsg. von S. Solarová, Stuttgart etc. 1983, 297-331.
  5. R. Trinkner, Margarete von Witzleben, Stuttgart 1937 (erw. Neudruck/enlarged edition Berlin 1991). - D. Gewalt, Margarethe von Witzleben und das Problem der Schwerhörigenseelsorge, SuS 23, 1971, 153f. 170-172. 189-198. 209f. - Id., Margarethe von Witzleben, BBKL XIII, 1444-1447 (Lit./bibliography).
  6. R. Trinkner aaO./ib. 38, cf. B. Krug, Samuel Keller, BBKL III, 132f. Hephata April 1909, 3.
  7. D. von Oertzen, Adolf Stoecker. Lebensbild und Zeitgeschichte I/II, Berlin 1910. - U. Puschner, Adolf Stoecker, BBKL X, 1507-1511 (Lit./bibliography). Zum Antsemitismus im Kaiserreich / On antisemitism in Germany 1871 through 1918: W. Jochmann, Gesellschaftskrise und Judenfeindschaft in Deutschland 1870-1945, Hamburg 1988, 13-98. - Th. Nipperdey, Deutsche Geschichte 1866-1918, Bd. II, München 1992, 289-311.
  8. D. Wengert, Vorschläge betreffend Fürsorge für Schwerhörige, Ertaubte und Taubstumme in Württemberg, Südd. Zeitschrift für Schwerhörige 6, 1925, 10.
  9. Pfr. Elster, Unsere geistliche Versorgung. Zeitschrift für Schwerhörige 12/1917, 45f.
  10. Lit./Bibliography: D. Gewalt (Hrsg./ed.), Seelsorge und Diakonie im Dienste der Schwerhörigen und Ertaubten, Nordhorn 1978, 89.
  11. Pfr. Doering, Kirchliche Schwerhörigenfürsorge, Die Innere Mission 12, 1917, 25-32. 57-59. - Archiv Centralausschuß für die Innere Mission: Akten betr. Bund der „Hephata" Schwerhörigenvereine und Gemeinden e.V. No. 497 B III d 11, vol. 1/2.
  12. D. Gewalt, Schwerhörigenseelsorge und Diakonie. Die Innere Mission 63, 1973, 111-117: 112f.
  13. K. Popp, Chronik der Gemeinde der Schwerhörigen für Dresden und Umgebung 1911-1926, Das Hörrohr 12, 1926, 35-64: 36.
  14. A. Schuknecht, Zukunftsvolle Arbeit, Hephata Sept. 1913, 1-3.
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