Oesterreich
Up Kontaktadressen

 

AÖSS -Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Schwerhörigen-Seelsorge

Grundlage: Partnerschaft mit Menschen, als Zeichen der Gottbeziehung

Aufgaben der Schwerhörigenseelsorge

Warum ist Schwerhörigenseelsorge notwendig?

Aufgaben der Arge

Schwerhörigenseelsorge in der Pfarre

 

 

Aufgaben der Schwerhörigenseelsorge:

Menschen mit besonderen Bedürfnissen, Leben und heilende Botschaft des Glaubens, Bejahung des konkreten Menschen und seiner Situation in Kirche und Öffentlichkeit,

„Effata" – als biblischer Anspruch

Arten und Methoden der Verkündigung: Methoden, Hilfsmittel, Medien, Schrift, Visuelle Mittel, Computer.....

Verkündigung: Pfarrgemeinde als Ort der Begegnung, Religiöse Beheimatung von

Höranlagen, Sprache als entscheidendes Medium, Gestik, Mimik, nonverbale Kommunikation

Beziehung ohne Angst, soziales Umfeld (Familie, Freunde, Öffentlichkeit, Beruf...)

Ansprache und Vertrauensbildung: Umgangsformen, Umgebungssituation,

Chancen der Kommunikation

Information: über sich selbst, seine Behinderung und seine Umgebung, Möglichkeit und

gemeinsam mit Medizin, Psychologie, Logotherapie, Pädagogik.....

Glaube als Lebenshilfe, helfende Seelsorge, psychosoziale Komponenten, Bewältigung der Lebenskrisen

Beratung und Lebenshilfe: Hörtaktik, Hörtraining, Lippenlesen, LBG,

 

Weiterbildung: im Beruf, Lebensinhalte, allgemein zugängliche Bildungsangebote,

Öffentlichkeitsarbeit: Bewusstseinsbildung für die Probleme schwerhöriger Menschen

Zusammenarbeit mit Vereinen, Gruppen und Beratungsstellen, vor allem mit betroffenen Menschen

 

Die AÖSS will:

Unterstützung der diözesanen Stellen und Mitarbeiter bezüglich

Bewusstseinsbildung innerhalb der Kirche und kirchlichen Stellen

Informationsmaterial, Folder, Literatur

technische Behelfe und Höranlagen in Kirchen und kirchlichen Häusern

Zusammenarbeit mit anderen Referaten und Stellen: z.B. Liturgie, Altenpastoral...

Ausbildung von qualifizierten Mitarbeitern auf Österreichebene (Kursystem)

Aufbau von diözesanen Referaten für Schwerhörigenseelsorge

Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und christlichen Glaubensgemeinschaften

Zentrale Ansprechsperson

 

 

Aufgaben der Arge

Gründung am 18.02.2000

 

Aufbau von diözesanen Referaten für Schwerhörigenseelsorge

Unterstützung der diözesanen Stellen und Mitarbeiter bezüglich

Bewusstseinsbildung innerhalb der Kirche und kirchlicher Stellen

Informationsmaterial, Folder, Literatur

technische Behelfe und Höranlagen in Kirchen und kirchlichen Häusern

Zusammenarbeit mit anderen Referaten und Stellen: z.B. Liturgie, Altenpastoral .....

Ausbildung von qualifizierten Mitarbeitern auf Österreichebene (Kurssystem)

Zusammenarbeit mit anderen Kirchen und christlichen Glaubensgemeinschaften

zentrale Ansprechperson

Zusammenarbeit bzw. Anbindung an nationale und internationale Organisationen

Austausch mit dem ÖSB (Österreichischen Schwerhörigenbund)

 

Teilnehmer der Arge:

Grundsätzlich:

Vertreter der katholischen und evangelischen Diözesen (A u.HB);

offen für alle anderen christlichen Kirchen

Evangelisch-/katholischerseits:

Vertreter der Schwerhörigenseelsorge der einzelnen Diözesen; derzeit:

Josef Hofstadler, Pfarrer, Wien; Beauftragter der Evangelische Kirche AB für Schwerhörigenseelsorge.

Johann Neuhold, Leiter des Referates Schwerhörigenseelsorge der Diözese Graz-Seckau

Helmut Part, Gehörlosenseelsorger der Diözese Oberösterreich und Projektleiter der Schwerhörigenprojektgruppe "Besser hören - besser leben" (Diözese Linz/ Pastoralamt-Caritas)

 

Anzahl der Treffen

In der Aufbauphase wären mindestens 2 jährliche Treffen notwendig.

Budget:

Grundsätzlich werden diverse Veranstaltungen und Aufwendungen (Tagungen, Fahrkosten ...) von den einzelnen Diözesen/Referaten getragen.

Für überdiözesane Agenden (Büroaufwand ...) bitten wir um ein Budget von 1000,--; 20%davon soll die evangelische Kirche tragen.

 

Mag.Helmut Part, Linz

Sprecher der Arbeitsgemeinschaft

 

 

 

 

Warum ist Schwerhörigenseelsorge notwendig?

Jeder Dritte über 60 ist hörbehindert.
Laut neuesten deutschen Umfrageergebnissen sind bereits 19% der Menschen hörbehindert. Bei den über 60-jährigen ist es bereits jeder Dritte.

Kein Problembewusstsein vorhanden
Das Problembewusstsein für die Situation schwerhöriger Menschen ist in unseren Pfarren und bei den kirchlichen Mitarbeitern meist nicht vorhanden, technische Anlagen fehlen fast generell. Auch Zentralstellen und Bildungseinrichtungen sind für den Umgang mit Schwerhörigen nicht ausgestattet, die dortigen Mitarbeiter nicht geschult.

Vereinsamung und psychische Belastung
Damit wird die Vereinsamung und psychische Belastung vieler betroffener Menschen auch seitens der Kirche gefördert, sie sind meist von den gängigen Formen der Glaubensverkündigung, den liturgischen Feiern und der religiösen Weiterbildung ausgeschlossen, aber auch von einer aktiven Mitarbeit in der Pfarre.

Abwertende Beurteilung
Schwerhörigkeit wird in unserer Gesellschaft noch immer abwertend beurteilt und viele Betroffene scheuen sich daher, ihre Behinderung einzugestehen und sich offen dazu zu bekennen. Schwerhörigkeit ist leider unsichtbar und damit eine nicht kennbare und nicht-erkannte Behinderung. Hier müssen noch viele psychologische Barrieren abgebaut werden, dabei kann die Hilfe unserer Pfarrgemeinden und kirchlichen Gruppen sehr maßgeblich sein.

In unseren Kirchen soll es anders sein
Wo, wenn nicht in unserer Kirche, sollen sich Behinderte aufgenommen und angenommen wissen. Unser Glaube und die Verwirklichung des Menschen ist im hohen Maße mit der Kommunikation, dem Angesprochen-werden und dem Leben in der Gemeinschaft verknüpft. Gerade Behinderte brauchen die Frohbotschaft unseres Glaubens in besonderer Weise, die Sehnsucht nach Heilung, Berührung und Beziehung ist eine zutiefst religiöse Dimension. Im Evangelium kann gerade der Behinderte seinen Stellenwert als Mensch und die besondere Zuneigung Gottes erfahren. Über die technische Hilfe und entsprechende Verhaltensregeln hinaus ist dieses Angebot der Kirche von wesentlicher Bedeutung.

Kommunikation mit Schwerhörigen ist mühselig
Kommunikationsbehinderung bedeutet, mitten unter Menschen abseits zu stehen und führt zum Verlust sozialer Kontakte und in der Folge zu psychischen Störungen und Identitätsproblemen. Viele Angehörige von Schwerhörigen und Mitarbeitern unserer Kirche scheuen aber auf Grund aufwendiger Gesprächsformen den Umgang mit Schwerhörigen oder verhalten sich unwissend der Problematik völlig falsch und oft für die Betroffenen entwürdigend.

Änderung in vielen Bereichen notwendig
Hörbehinderte sind kommunikationsbehindert. Das bedarf gravierender Änderungen bei der Ausgestaltung kirchlicher Räume, bei technischen Einrichtungen und sprachlichen Umgangsformen und beim Einsatz visueller Mittel im Bereich der Verkündigung.

Hörbehinderte Menschen wünschen Einbeziehung
Hörbehinderte Menschen möchten nicht als eigene Gruppe gesehen und betreut werden, sondern wünschen sich weitgehendste Miteinbeziehung in das kirchliche und pfarrliche Leben. Das ist heute durch bewusste Umgangsformen und Einsatz entsprechender Technik teilweise durchaus möglich.

Mag.Helmut Part, Linz

Sprecher der Arbeitsgemeinschaft

 

 

Schwerhörigenseelsorge in der Pfarre

 

Situation und Erfordernisse:

Laut neuesten deutschen Umfrageergebnissen sind bereits 18 % der Menschen hörbehindert. Bei den über 60jährigen ist es bereits jeder Dritte.

 

Das Problembewußtsein für die Situation schwerhöriger Menschen ist in unseren Pfarren und bei den kirchlichen Mitarbeitern meist nicht vorhanden, technische Anlagen fehlen fast generell. Auch Zentralstellen und Bildungseinrichtungen sind für den Umgang mit Schwerhörigen nicht ausgestattet, die dortigen Mitarbeiter nicht geschult.

 

Damit wird die Vereinsamung und psychische Belastung vieler Betroffener Menschen auch seitens der Kirche gefördert, sie sind meist von den gängigen Formen der Glaubensverkündigung, den liturgischen Feiern und der religiösen Weiterbildung ausgeschlossen, aber auch von einer aktiven Mitarbeit in der Pfarre.

 

Schwerhörigkeit wird in unserer Gesellschaft noch immer abwertend beurteilt und viele Betroffene scheuen sich daher, ihre Behinderung einzugestehen und sich offen dazu zu bekennen. Schwerhörigkeit ist leider unsichtbar und damit eine nicht erkennbare und nicht-erkannte Behinderung. Hier müssen noch viele psychologischen Barrieren abgebaut werden, hier kann die Hilfe unserer Pfarrgemeinden und kirchlichen Gruppen sehr maßgeblich sein.

 

Wo, wenn nicht in unserer Kirche, sollen sich Behinderte aufgenommen und angenommen wissen. Unser Glaube und die Verwirklichung des Menschen ist im hohen Maße mit der Kommunikation, dem Angesprochen-werden und dem Leben in der Gemeinschaft verknüpft. Gerade Behinderte brauchen die Frohbotschaft unseres Glaubens, das Wort Gottes in besonderer Weise, die Sehnsucht nach Heilung, Berührung und Beziehung ist eine zutiefst religiöse Dimension, im Evangelium kann gerade der Behinderte seinen Stellenwert als Mensch und die besondere Zuneigung Gottes erfahren. Über die technische Hilfe und entsprechende Verhaltensregeln hinaus ist dieses Angebot der Kirche von wesentlicher Bedeutung.

 

Kommunikationsbehinderung bedeutet mitten unter Menschen abseits zu stehen und führt zum Verlust sozialer Kontakte und in der Folge zu psychischen Störungen und Identitätsproblemen. Viele Angehörige von Schwerhörigen und Mitarbeiter unserer Kirche scheuen aber aufgrund aufwendiger Gesprächsformen den Umgang mit Schwerhörigen oder verhalten sich unwissend der Problematik völlig falsch und oft für die Betroffenen entwürdigend

 

Hörbehinderte sind kommunikationsbehindert, das bedarf gravierender Änderungen bei der Ausgestaltung kirchlicher Räume, bei technischen Einrichtungen und sprachlichen Umgangsformen und beim Einsatz visueller Mittel im Bereich der Verkündigung

 

Hörbehinderte Menschen möchten nicht als eigene Gruppe gesehen und betreut werden, sondern wünschen sich weitgehendste Miteinbeziehung in das kirchliche und pfarrliche Leben. Das ist heute durch bewusste Umgangsformen und Einsatz entsprechender Technik durchaus möglich.

 

Was kann die Pfarre tun:

Schulung und Information an pfarrliche Mitarbeiter (Laien und Seelsorger) über den Umgang mit Schwerhörigen in der Liturgie, Pastoral, Sakramentenspendung, Glaubensverkündigung und Bildungsarbeit.

Inhalte sind: Hörvorgang und Hörstörungen, Arten der Schwerhörigkeit und derzeitige medizinische und technische Lösungen, andere Arten der Höschädigung (z.B. Tinnitus), Schwerhörigkeit und Sprache, Hören und Verstehen, psychologische Auswirkungen der Schwerhörigkeit, Kommunikationsproblematik der Schwerhörigen, Funktion der Hörgeräte und des Cochlea-Implantats sowie Einsatz möglicher Zusatzgeräte, Schwerhörigkeit im Alter, Hilfen für das Gespräch mit Schwerhörigen, technische Möglichkeiten in Kirchen und pfarrlichen Räumen (induktive Höranlagen), rechtliche Hilfen für Schwerhörige und Ertaubte, Sprach- und Sprechtraining, Benützung von Mikrofonen, Zusammenhang von Lautsprecheranlagen und Höranlagen für Schwerhörige, Integration schwerhöriger Menschen in der Pfarre und in Gruppen.

Unterstützung und Beratung für Schwerhörige auf bei persönlichen und psychischen Problemen, bei Problemen in Familie und Partnerschaft, sowie im Umgang mit öffentlichen Ämtern.

 

Weitervermittlung von Betroffenen an Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen und Schwerhörigenverbände (Auflegen von Informationsmaterial)

 

Kontakte und Zusammenarbeit mit politischen, öffentlichen und caritativen Einrichtungen zur besseren Integration schwerhörender Menschen (Alters- u. Seniorenheime, Bildungseinrichtungen, Beratungsstellen usw.)

 

Information an schwerhörige Menschen über technische und inhaltliche Möglichkeiten zum besseren Umgang mit der eigenen Behinderung

 

Schaffung von hörbehindertengerechten Räumen in Bezug Beleuchtung, Tonanlagen, Anordnung der Mikrofone, Berücksichtigung der Raumakustik, Anordnung der liturgischen Plätze im Gotteshaus (Ambo, Altar und Sessio...)

 

Einbau von indukTiven Höranlagen in kirchlichen Räumen in oder auch ohne Verbindung mit Beschallungsanlagen

Graz, März 2000

Hans Neuhold