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R. Rohweder: Die Schwerhörigkeit ist eine besondere Behinderung. Sie ist deshalb ein besonderes Leiden, da sie von den Mitmenschen nicht sofort erkannt wird. Fehlreaktionen im Gespräch werden als intellektuelle Fehlleistungen gedeutet und der Hörgeschädigte wird falsch eingeschätzt. Aus diesem Grunde ist es wichtig, daß der Hörgeschädigte durch ein Hörgerät möglichst optimal versorgt wird.
Akzeptanz des Hörgerätes Die wichtigste Voraussetzung für das Verstehen mit einem Hörgerät ist die Akzeptanz des Hörgerätes. Je länger und je häufiger ein Hörgerät genutzt wird desto besser lernt man mit dem Hörgerät zu verstehen. Der Grund liegt darin, daß die Informationen durch akustische Signale codiert werden und vom Sprecher zum Gesprächspartner übertragen werden. Diese akustisch codierten Signale müssen dann vom Gesprächspartner decodiert werden. Diese akustischen Signale kann man auch bildlich darstellen. In der ersten Folie (Folie1) habe ich einmal die Worte Lübeck" und Berlin" aufgezeichnet. Es ist deutlich zu sehen, daß diese Wörter sich durch andere Muster unterscheiden. Daher heißen diese Darstellungen auch Zeitmusterbilder". Diese Zeitmusterbilder können im Zentralnervensystem erkannt und gedeutet werden. Diese Zuordnung ist ein Lernvorgang. Jeder Lernvorgang benötigt aber eine bestimmte Zeit und Lernleistung. Je intensiver mit dem Hörgerät gehört wird, desto besser kann man sich die akustischen Signale einprägen. Daher ist es so wichtig, daß der Hörgeschädigte sein Hörgerät akzeptiert und möglichst intensiv nutzt. Es kommt aber ein Problem hinzu. Die Hörschädigung ist auch dadurch gekennzeichnet, daß nicht mehr alle Frequenzen gehört werden können. Auch werden leise und laute Töne anders wahrgenommen. Die hörbare Dynamik des Hörgeschädigten ist geringer als die des normal Hörenden. Aus diesem Grunde können nicht mehr alle Feinheiten des akustischen Signals wahrgenommen werden. Entsprechend der Informationstheorie bedeutet dies, daß der Informationsfluß geringer ist als bei dem normal Hörenden. Daher ist die Leistung, die Sprache zu erkennen, bei dem Hörgeschädigten deutlich größer als bei dem normal Hörenden. Der Hörgeschädigte muß sich also wesentlich stärker konzentrieren, um etwas zu verstehen. Dieses Phänomen ist wenig bekannt. Hörgeräte können diese Verluste der Frequenzen und der Dynamik nur teilweise ausgleichen. Dazu müssen sie aber das Eingangssignal verändern. Bestimmte Frequenzen müssen angehoben oder abgesenkt werden. Laute Töne müssen reduziert und leise Töne besonders verstärkt werden. Das Hörgerät muß also die Sprache des Gesprächspartners des Hörgeschädigten verändern, damit entsprechend dem Hörverlust ein gutes Verstehen möglich ist. Das Hörgerät soll also nicht nur die Sprache verstärken, sondern es muß sie durch eine komplexe Signalverarbeitung verändern. Dieser Vorgang ist hier in der Folie 2 dargestellt. Diese veränderten Signale muß der Hörgeschädigte bestimmten Begriffen zuordnen, er muß lernen diese veränderten Zeitmuster zu verstehen. Dies kann nur dann erfolgreich sein, wenn das Hörgerät so häufig wie möglich getragen wird. Ein Hörgerät wird aber nur dann getragen wenn es akzeptiert wird. Diese Akzeptanz ist von mehreren Faktoren abhängig. Die wichtigsten Faktoren sind der Klang, die Kosmetik, das Hören im Störgeräusch und die Ergonomie.
Der Klang Der Klang eines Hörgerätes ist eine subjektive Größe. Es gibt bis heute wenige Erkenntnisse darüber, welche Parameter den Klang bestimmen. Wie schwierig es ist, einen Klang zu bestimmen, erkennt man daran, daß es heute physikalisch nicht möglich ist, zu beschreiben, weshalb eine Stradivari-Geige einen so unverkennbaren Klang hat. Andererseits ist es so, daß Sound- Ingenieure die Fahrgeräusche von Autos designen" damit das Auto besonders ansprechend klingt. Der Klang ist daher auch eine ganz wichtige Größe für das Hörgerät. Bei der Anpassung des Hörgerätes muß daher nicht nur auf das beste Sprachverstehen geachtet werden, sondern es muß auch der Klang so eingestellt werden, daß der Hörgeschädigte den Klang des Hörgerätes schön findet. Hierzu ist es wichtig, daß das Hörgerät nicht nur bei Sprache eingestellt wird, sondern auch unterschiedliche Geräusche getestet werden, die bei unterschiedlichen Hörsituationen auftreten.
Die Kosmetik Auch die Kosmetik ist eine subjektive Größe der Hörgeräteanpassung. Das Hörgerät ist es ja, das dem Gesprächspartner signalisiert, daß er sich mit einem Hörgeschädigten unterhält. Es soll daher auch ansprechend aussehen. Bei einem Sehfehler ist dies kein Problem. Brillen sind anerkannt und sie werden schon manchmal aus modischen Gründen getragen. Brillen vermitteln schon ein bestimmtes Image. Dies war vor 50 Jahren noch ganz anders. Damals wurde eine Brille auch sehr ungern getragen, da hierdurch die Fehlsichtigkeit sichtbar wurde. Doch heute sind die Brillen anerkannt und werden für das Image genützt. Daher müssen Hörgeräte auch kosmetische Ansprüchen genügen. Gerade bei Kindern und Jugendlichen ist es wichtig, daß die Kosmetik der Anpassung stimmt. Denn die Akzeptanz des Hörgeschädigten Kindes unter Jugendlichen ist ein Problem, da hier die Toleranz gegenüber Behinderten teilweise unterentwickelt ist. Gerade bei der Integration eines hörgeschädigten Kindes in einer Regelschule gibt es hier Probleme, da viele Lehrer der Regelschulen nicht mit diesen Situationen vertraut sind. Natürlich bemüht sich die Industrie, die Hörgeräte so klein wie möglich zu bauen. Aber die Leistung des Hörgerätes hängt natürlich auch von seiner Größe ab. Je größer die Verstärkung sein und je komplexer die Signalverarbeitung sein soll, desto schwieriger wird es, diese Geräte klein zu gestalten. Heute wird die Verstärkung und Signalverarbeitung der Signale durch integrierte Schaltungen bewirkt, die nur kleiner als ein Streichholzkopf sind. Aber diese Signale müssen wieder in Schall umgesetzt werden. Je höher hier die Leistung sein muß, desto größer werden die Schallwandler. Es bestimmt also immer die Leistung des Hörgerätes die Größe. Daher können Hörgeräte die im Gehörgang verschwinden nicht immer angewendet werden. Bei Kindern kommt hinzu, daß der Gehörgang sich verändert. Im Wachstum, dürfen daher Im Ohr Geräte nicht verwendet werden. Es ist daher wichtig, daß hier eine Lösung der Hörgeräteversorgung gewählt wird, die auch der Hörgeschädigte schön findet. Die Folie 3 zeigt einige Beispiele kosmetische Lösungen der Hörgeräteversorgung. Diese Beispiele zeigen, daß es mit handwerklichem Geschick gelingt, eine Hörgeräteversorgung auch kosmetisch ansprechend zu gestalten.
Ergonomie Ein Hörgerät kann nur dann voll genutzt werden, wenn es auch bedient werden kann. Daher werden auch automatische Hörgeräte entwickelt. Aber die Einstellung des Hörgerätes muß sich den unterschiedlichen Lautstärken und Störsituationen anpassen. Da diese Anpassung an unterschiedliche Störspektren ein komplexer Vorgang ist, gelingt diese automatische Einstellung nicht immer. Daher gibt es Hörgeräte mit mehreren Hörprogrammen. Diese Programme müssen aber sicher von dem Hörgeschädigten eingestellt werden können. Hier treten zwei Probleme auf: Die Hörsituation muß erkannt werden und das Hörgerät muß eingestellt werden. Beides ist schwierig. Es gibt für diese Einstellung Fernbedienungen. Aber die Bedienung unterscheidet sich von den Bedienungen anderer Fernbedienungen, wie zum Beispiel den Fernbedienungen für Fernsehgeräte. Hier ist ein einheitlicher Standard dringend notwendig. Aber auch einfache Bedienungsfunktionen wie Ein- und Ausschalter, die Umschaltung zwischen Mikrofon und Telefonspule und der Batteriewechsel können zu einem Problem werden. Durch die Miniaturisierung werden die Hörgeräte immer kleiner, die Bedienungselemente können aber bestimmte Größen nicht unterschreiten. Die Fernbedienung ist hier nicht immer der richtige Ausweg, da ein Verlust der Fernbedienung den Nutzen des Hörgerätes einschränkt. Daher wird versucht, die Funktionen des Hörgerätes automatisch zu gestalten. Aber dies gelingt meist nicht vollkommen. Hier ist noch viel Entwicklungsarbeit zu leisten um die Probleme befriedigend zu lösen.
Hören im Störlärm Das Hören mit einem Hörgerät im Störschall ist ein zentrales Problem der Hörgeräteversorgung. Der Störschall ist auch ein akustisches Signal und überlagert die akustischen Signale der Sprache. Der normal Hörende unterscheidet die Sprache und das Störsignal durch drei Komponenten : Das Spektrum, das Zeitmuster und die Richtung der Signale. Dem Hörgeschädigten fällt diese Unterscheidung schwer, denn er hat ja Verluste im Frequenzbereich. Seine Dynamik ist geringer als beim Normalhörende und er kann die Richtung der Schallsignale nicht mehr richtig unterscheiden. Gerade diese Richtung der Schallsignale ist aber besonders wichtig. Deshalb ist es unbedingt notwendig, daß beide Ohren mit einem Hörgerät versorgt werden. Nur dann ist es möglich, die Richtung vom Störschall und der Sprache zu trennen. Diese Eigenschaft kann durch Richtmikrofone am Hörgerät verstärkt werden. Diese Richtmikrofone können aber auch Nachteile haben. Man hört Signale von der Seite und hinten nicht mehr. Im Straßenverkehr kann dies ein Nachteil sein. Man hört Warnsignale nicht mehr. Daher gibt es heute Hörgeräte bei denen die Richtcharakteristik einstellbar ist. In bestimmten Hörsituationen wird das Richtmikrofon eingeschaltet und im Straßenverkehr wird es ausgeschaltet. Unterhält man sich mit mehreren Personen, dann wird das Richtmikrofon eingeschaltet. Für extreme Situationen gibt es heute auch Zusatzmikrofone, die am Audioeingang des Hörgerätes angeschlossen werden können. Bei hohem Störpegel hält man das Zusatzmikrofon dann vor den Gesprächspartner und kann dann besser verstehen. Hier stört natürlich das Kabel. Deshalb gibt es Zusatzmikrofone, die mit einem kleinen Sender ausgerüstet sind. Auf das Hörgerät wird ein kleiner Empfänger gesteckt, der dann die Signale des Mikrofons auffängt und dem Verstärker des Hörgerätes zuführt. Mit diesen Funk- Zusatzmikrofonen kann man auch bei sehr lautem Störlärm sehr gut hören und verstehen. Bedeutung von Klang, Kosmetik, Ergonomie und Hören im Störlärm für den Hörgeschädigten Welche Bedeutung haben nun diese Faktoren für den Hörgeschädigten? Um diese Frage zu beantworten, haben wir in der Akademie für Hörgerätakustik eine Untersuchung durchgeführt. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind in der Folie 3 dargestellt. Erstaunlich ist es, daß der Klang des Hörgerätes die wichtigste Eigenschaft für den Hörgeschädigten war. An zweiter Stelle steht die Kosmetik. Erst dann kommt das Hören im Störlärm. Die Ergonomie wird nicht für allzu wichtig gehalten, dies kann auch daran liegen, daß die Forderungen nach einer erträglichen Ergonomie schon gut erfüllt werden. Diese Ergebnisse waren sehr erstaunlich. Für den Kostenträger ist das wichtigste Kriterium die Sprachverständlichkeit. Dies ist verständlich, denn es soll ja eine soziale Rehabilitation durch die Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit erreicht werden. Dies ist ja auch das Ziel einer jeden Anpassung der Hörgeräte. Aber die Akzeptanz des Hörgerätes wird hauptsächlich durch den Klang des Gerätes und die Kosmetik der Anpassung erreicht. Diese Ergebnisse sind deshalb bei der Entwicklung von Hörgeräten stärker berücksichtigt worden.
Aktueller technischer Stand der Hörgeräte Bis in die 80er Jahre hinein wurden Hörgeräte nur aus einzelnen Bauteilen wie Transistoren, Widerständen und Kondensatoren zusammengelötet. Die Signalverarbeitung war sehr einfach, meist konnte nur der Frequenzgang und die Verstärkung eingestellt werden. Durch die Einführung von integrierten Schaltungen konnten die akustischen Eigenschaften deutlich verbessert werden. Der Ausgangsschalldruck konnte zusätzlich begrenzt werden und es kamen die ersten Dynamikregelungen. Entscheidend für diese Verbesserung waren die Fortschritte der Integrierten Schaltungen. Der große Durchbruch kam mit der Einführung des Mikroprozessors. Durch die Innovationen der Technologien bei den Mikroprozessoren gelang es in den Jahren 1988-1990 den Mikroprozessor in das Hörgerät einzubauen.
Analoge Hörgeräte Rein analoge Hörgeräte gibt es heute nur noch sehr wenige auf dem Markt. Nur bei besonders kleinen Im Ohr Hörgeräten, bei denen die akustischen Leistungen aufgrund eines geringen Hörverlustes nicht sehr hoch zu sein brauchen, werden reine analoge Hörgeräte angewendet. Aber auch bei besonders leistungsstarken Hörgeräten, bei denen eine komplexe Signalverarbeitung nicht notwendig ist, werden noch analoge Verstärker eingesetzt. Aber die Zeit der analogen Hörgeräte geht zu Ende.
Digital gesteuerte Hörgeräte Die wichtigste Technologie der Hörgeräte sind analoge Hörgeräte, bei denen die akustischen Eigenschaften durch einen kleinen Mikroprozessor eingestellt werden können. Durch diese Einstellung der einzelnen Parameter der Signalverarbeitung kann das Hörgerät sehr präzise an die individuellen Anforderungen eingestellt werden. Die Steuerung durch den Mikroprozessor hat auch einen zusätzlichen Nebeneffekt: Die akustischen Eigenschaften des Hörgerätes werden präziser eingestellt. Die Genauigkeit ist hierbei deutlich höher als es eigentlich notwendig ist, dies ist die Folge moderner Technologien. Für die Einstellung benötigt man natürlich keinen Schraubenzieher mehr, sondern die Programmierung des Hörgerätes erfolgt durch den PC. Durch diese Einstellung mit den Computer ist es aber auch möglich, Meßgeräte in die Einstellung des Hörgerätes einzubeziehen. Hörgeräte werden nicht mehr nur entsprechend dem Audiogramm eingestellt, sondern moderne psychoakustische Meßverfahren erlauben eine deutlich bessere und individuellere Einstellung des Hörgerätes. Bei diesen Verfahren können die unterschiedlichen Störgeräusche auch berücksichtigt werden. Die Programmierung erfolgt durch eine einheitliche Pogramierplattform. Daher ist es auch nicht notwendig, daß für unterschiedliche Hörgeräte unterschiedliche Programme verwendet werden müssen. Diese Programmierplattform wird weltweit von allen Herstellern von Hörgeräten verwendet. Durch diese Programmierung erhält man nicht nur eine große Anzahl von akustischen Parametern, sondern auch die Variation dieser Parameter ist sehr groß. Aus diesem Grunde ist auch eine umfangreichere Nachsorge möglich. Bei einer Veränderung des Hörschadens kann das Hörgerät in weiten Grenzen in seinen Eigenschaften verändert werden.
Digitale Hörgeräte Neuerdings gibt es auch Hörgeräte mit einer vollständigen digitalen Signalverarbeitung. Bei diesen Geräten werden die analogen akustischen Signale in elektrische Impulse umgewandelt. Das notwendige Ausgangssignal wird dann individuell ausgerechnet. Die elektrischen Impulse werden dann im Hörer in ein analoges Signal zurückverwandelt. Der Vorteile dieser Geräte ist es, daß es nichtlineare Übertragungsfehler praktisch nicht mehr gibt. Die Folge ist ein Klang, wie wir ihn von der CD her kennen. Vorhin erläuterte ich die Notwendigkeit eines möglichst angenehmen und naturgetreuen Klang des Hörgerätes. Bei diesen digitalen Geräten ist es möglich, den Klang in weiten Grenzen zu optimieren. Ein weiterer Vorteil ist es, daß es bei diesen Geräten auch praktisch kein Eigenrauschen mehr vorhanden ist. Gerade bei Hochtonversorgungen macht das Eigenrauschen analoger Hörgeräte erhebliche Schwierigkeiten, bei digitalen Hörgeräten gibt es hier keine Probleme mehr. Neben diesen Vorteilen bestehen natürlich zusätzlich die gleichen Vorteile wie bei den digital gesteuerten Hörgeräten. Es können viele Parameter mit hoher Präzision eingestellt werden. Grundsätzlich gilt, daß die Technologien digitaler Hörgeräte erst am Anfang stehen. Die Eigenschaften dieser Geräte werden nur von den Leistungen der Audiologen und der Programmierer bestimmt werden. Die digitalen Technologien werden schon in wenigen Jahren so weit entwickelt sein, daß es sich nicht mehr lohnt, analoge oder digital gesteuerte Hörgeräte zu bauen. Ähnlich wie bei den Computern werden hier die Preise stark reduziert werden, und es wird sich nicht mehr lohnen analoge Hörgeräte zu bauen.
Technische Umgebung der Hörgeräte Hörgeräte kann man nicht mehr isoliert betrachten. Mit steigender Leistungsfähigkeit werden sie in Systemen eingebunden. Dies beginnt bei der Programmierung der akustischen Übertragungseigenschaften. Das Gerät wird nicht mehr in einer Meßbox eingestellt. Danach werden nicht mehr mit dem Schraubenzieher die Steller nach dem subjektiven Empfinden verändert bis der Hörgeschädigte mit dem Ergebnis zufrieden ist. Heute wird das Hörgerät an den Computer angeschlossen, an dem auch die Meßgeräte angeschlossen sind. Meßwerte und persönliches Empfinden tragen zur Optimierung der Einstellung des Hörgerätes bei. Genau so verändert sich die Einbindung des Hörgerätes in andere Informationssysteme. Der erste Schritt ist hier schon durch den Funkempfänger getan der auf das Hörgerät einfach aufgesteckt wird. Auch einige Fernbedienungen der Hörgeräte erfolgen über eine Funkübertragungen. Hier ist es nur konsequent, daß eine weitere Einbindung in andere Informationssysteme erfolgt. Der nächste Schritt wird die Einbindung in Telefonsysteme sein. Einige Hersteller von Handys arbeiten bereits an Übertragungssystemen, bei denen das Telefonieren über einen Funkkontakt verlaufen wird. Auch die induktive Übertragung in Kirchen und Theatern wird bald der Vergangenheit angehören, hier werden Funksysteme eine deutlich qualitativere Übertragung möglich machen. Aber auch die Übertragung von Sprachsignalen über eine größere Entfernung wird möglich sein. Schon jetzt setzen manche Eltern von hörgestörten Kindern den aufsteckbaren Funkempfänger ein um ihre Kinder über größere Entfernung ansprechen zu können. Dies zum Beispiel auf dem Spielplatz. Aber auch das Einblenden von Klingelsignalen, Telefonanrufen oder anderen Signaleinrichtungen wird schon bald Realität werden. Die technischen Voraussetzungen und Normungen sind hierfür schon geschaffen.
Abschluß Der Erfolg der Hörgeräteversorgung ist entscheidend von dem Willen des Hörgeschädigten bestimmt, sein Hörgerät auch nutzen zu wollen. Deshalb ist es aber wichtig, daß die individuellen Ansprüche des Hörgeschädigten bei der Anpassung berücksichtigt werden. Hierbei dürfen nicht nur objektiv meßbare Parameter einbezogen werden, sondern individuelle, subjektiv empfundene Ansprüche müssen in Zusammenarbeit mit dem Hörgeschädigten in die Anpassung einbezogen werden. Nur dann kann der optimale Nutzen des Gerätes sichergestellt werden. Die Technik wird sich rasant entwickeln. Daher ist es wichtig, daß der Hörgeschädigte seine Wünsche formuliert und zum Ausdruck bringt. Viele Entwickler von Hörgeräten haben keinen direkten Kontakt zu Hörgeschädigten und kennen deren alltäglichen Probleme nicht. Daher sind Konferenzen wie diese so wichtig um die Wünsche und Anregungen von Hörgeschädigten zu erkennen und zu einer realen Lösung zu bringen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit. |